Drei Punkte gegen den Aufsteiger Heeslingen waren eigentlich Pflicht. Im Grunde genommen wurde unter den Fans nur noch über die Höhe des Sieges auf dem Weg zur Regionalligaqualifikation geredet. Und so begann das Spiel dann auch. Keine dreißig Sekunden waren gespielt, als Michi Starck nach einer Richter-Flanke eigentlich den Führungstreffer hätte erzielen müssen. Aber leider brachte er den Ball nicht im Netz unter und prallte dann noch so unglücklich mit dem gegnerischen Torwart zusammen, dass er später ausgewechselt werden musste. Brück musste schon von Beginn an wegen seiner Verletzung aus dem Meppen-Spiel passen, so dass Ansorge von Beginn an auflief. Aber der Sturm des AFC riss nicht ab, und nach einem Freistoß-Pfostenknaller von Völzcke war es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit bis zum Führungstreffer. Dachten alle.
Das war es dann aber auch mit der AFC-Herrlichkeit. Im Bewusstsein, die eindeutig bessere Truppe zu sein, schalteten unsere Jungs ein, zwei Gänge zurück und fanden sich auf einmal unvermittelt in der Defensive wieder. Das ist eben das Problem mit nominell schwächeren Gegnern. Wenn man sich auf deren Niveau herablässt, ist man auf einmal im Nachteil. Genau das passierte unseren Gestreiften. Zwischen der zwanzigsten Minute und der Halbzeitpause war dann tatsächlich keine einzige zwingende AFC-Chance zu verzeichnen. Da waren sogar die Gäste aus Heeslingen gefährlicher, auch wenn sie außer zwei Distanzschüssen ebenfalls offensiv keine Glanzpunkte setzen konnten.
Nach der Pause erlebten die Fans dann zwar noch einmal eine kurzfristige Drangphase des AFC, aber Jürgen Tunjić als einzige Sturmspitze sah gegen jeweils drei bis vier Verteidiger kaum einen Stich und über Außen kam auch fast nix. So kam es, wie es kommen musste. Nach einem Heeslinger Freistoß nahe der Eckfahne landete der Ball über irgendeinen komischen Weg im Altonaer Tor.
Kurze Zeit später muss dann ein Heeslinger vorzeitig duschen gehen, weil er in einer Spielunterbrechung völlig unbedrängt Triple-O umschubsen musste. Überhaupt muss man sagen dass die schwarz-grünen sich nicht gerade als faire Gäste präsentierten. Selber stets von hinten noch einen mitgeben, aber bei jeder kleinsten Berührung gleich am Boden wälzen und "Aua" schreien, das bescherte ihnen zwar einige unberechtigte Freistöße und lächerliche gelbe Karten für Altona und brachte die Heimfans gegen das Team auf, hatte aber auf das Spiel keinen großen Einfluss.
Immerhin konnte Tunjić kurz nach dem Platzverweis noch ausgleichen. Ein Distanzschuss (endlich mal, nicht immer dieses dämliche Quergeschiebe) blieb in der vielbeinigen Heeslinger Abwehr hängen und fiel dem einzigen AFC-Stürmer vor die Füße, der dann auch souverän verwandelte.
Danach stürmte eigentlich nur noch der AFC. Ein Drehschuss forderte noch einmal unserem Keeper Kalaycioglu alles ab, aber ansonsten fand das Spiel in der Hälfte der Gäste statt. Wie bei einem Handballspiel drängten sich die Altonaer Stürmer um den Sechzehner der Gäste, aber zwingende Chancen sprangen da auch nicht bei heraus. So blieb es bei der aus unserer Sicht vollkommen überflüssigen Punkteteilung, die vom Heeslinger Anhang wie ein Sieg gefeiert wurde.
Konnte man die Punktverluste aus Kiel und Meppen noch als "unglücklich" abstempeln, so kann man die heutige Leistung eigentlich nur noch als "Versagen" beschreiben. Wer am Ende Fünfter werden will, darf gegen solche Teams zu Hause nicht bloß Unentschieden spielen. Hoffen wir, dass diese Begegnung unseren Kickern eine Lehre sein wird, sich nicht bloß gegen Topteams motivieren zu können, sondern auch gegen die vermeintlichen Underdogs. Am kommenden Sonntag steht gleich das nächste Heimspiel gegen die Reserve von Osnabrück an, die heute immerhin Meppen mit 4:3 schlagen konnten. Wenn da auch keine drei Punkte geholt werden, kann man zumindest die Diskussionen über den Verkauf der AJK, die heute für Aufregung unter den Fans sorgten, ad acta legen. Für die Hamburg-Liga reicht unser geliebtes Stadion allemal auch für die nächsten zehn Jahre aus.
| 2007-08-30: |
Meppen (Autor:
)und Pokal in Lokstedt |